Einleitung
Wenn du deine Diplomarbeit einreichst, folgt meist eine Phase, die Studierende nur selten im Blick haben: das Gutachten. Dieses Dokument wird von deinen Prüfern erstellt und bewertet nicht nur den fachlichen Inhalt, sondern auch Struktur, Methodik und formale Qualität deiner Arbeit. In diesem Artikel erfährst du, wie ein Gutachten aufgebaut ist, was darin bewertet wird, welche Formulierungen typisch sind – und wie du schon während des Schreibens dafür sorgen kannst, dass dein Gutachten positiv ausfällt. Außerdem findest du Links zu echten Gutachten-Beispielen von Hochschulen.
1. Was ist ein Gutachten und wozu dient es?
- Definition: Schriftliche Bewertung deiner Diplomarbeit durch Erst- und Zweitgutachter.
- Ziel: Objektive Einschätzung deiner fachlichen und methodischen Leistung.
- Vertraulichkeit: Gutachten werden in der Regel im Prüfungsamt hinterlegt. Du kannst sie auf Antrag einsehen, aber selten behalten (Beispielregelung der Uni Duisburg).
- Fächer, in denen Gutachten typisch sind: BWL, Maschinenbau, Psychologie, Medieninformatik, Bauingenieurwesen, Sozialpädagogik.
2. Beispiel: So sieht ein Diplomarbeits-Gutachten aus
Ein typisches Gutachten ist in Abschnitte gegliedert:
- Fachlicher Inhalt – Beurteilung der Tiefe, Relevanz und Qualität deiner Arbeit.
- Methodik – Angemessenheit und Korrektheit der gewählten Methoden.
- Aufbau & roter Faden – Logische Struktur, Verständlichkeit, Übergänge.
- Formalia – Rechtschreibung, Zitation, Layout.
Typische positive Formulierungen:
- „Die Arbeit ist klar strukturiert und zeigt einen durchgängigen roten Faden.“
- „Die Literaturauswahl ist umfassend und aktuell.“
Typische Kritikpunkte:
- „Essenzielle Informationen fehlen an mehreren Stellen.“
- „Die Argumentation ist stellenweise unklar.“
📄 Externe Muster:
- Beispielgutachten Uni Regensburg – Medieninformatik (PDF)
- Beurteilungsbogen Abschlussarbeiten TU Dresden
Hier findest du typische Formulierungen für Lob & Kritik:
| Lob im Gutachten | Kritik im Gutachten |
| „Die Arbeit ist klar strukturiert und zeigt einen roten Faden.“ | „Die Arbeit weist keinen durchgängigen roten Faden auf.“ |
| „Die Literaturauswahl ist umfassend und aktuell.“ | „Zentrale Quellen wurden nicht berücksichtigt.“ |
| „Methodik ist nachvollziehbar und korrekt angewendet.“ | „Methodenwahl ist nicht passend zur Forschungsfrage.“ |
| „Forschungsfragen wurden präzise beantwortet.“ | „Essenzielle Fragen bleiben unbeantwortet.“ |
| „Sprache ist präzise und gut verständlich.“ | „Viele Rechtschreib- und Grammatikfehler beeinträchtigen den Lesefluss.“ |
3. Worauf Gutachter besonders achten
- Inhaltliche Vollständigkeit: Beantworte alle Forschungsfragen klar und nachvollziehbar.
- Logische Struktur: Jeder Abschnitt baut auf den vorherigen auf.
- Methodische Passung: Methoden müssen zum Ziel der Arbeit passen.
- Saubere Quellenarbeit: Korrekte Zitierung und relevante Literatur sind Pflicht.
- Formale Qualität: Einheitliche Formatierung, fehlerfreie Sprache.
Profi-Tipp: Prüfe deine Arbeit selbst mit einem Gutachter-Check:
- Fehlen irgendwo Erklärungen?
- Sind alle Begriffe definiert, bevor sie genutzt werden?
- Gibt es Wiederholungen oder Brüche im Textfluss?
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