1. Was ist ein Exposé und warum brauchst du es?
- Definition: Ein Exposé ist der erste Fahrplan deiner Diplomarbeit. Du stellst Thema, Fragestellung, Ziele, Vorgehen und erste Literatur vor.
- Zweck: Überzeugt deinen Betreuer von der Machbarkeit und gibt dir selbst einen klaren roten Faden.
- Pflicht oder Kür: In vielen Studiengängen (BWL, Sozialwissenschaften, Literaturwissenschaft, Politik & Geschichte) ist ein Exposé Pflicht – auch wenn nicht, lohnt es sich als Orientierungshilfe.
- Erster Eindruck: Betreuer entscheiden oft anhand des Exposés, wie ernsthaft und strukturiert du an deine Arbeit gehst.
- Wichtig zu wissen: Es ist kein endgültiger Vertrag – Änderungen im Verlauf sind völlig normal.
Beispiel-Exposé (Kurzversion):
Thema: Die Rolle sozialer Medien in Wahlkämpfen in Deutschland seit 2015
Forschungsfrage: Welche Strategien sozialer Medien beeinflussen die politische Meinungsbildung am stärksten?
Zielsetzung: Ziel ist es, herauszufinden, welche Kommunikationsstrategien von Parteien auf Plattformen wie Facebook, Instagram und Twitter die größte Wirkung auf die Meinungsbildung der Wähler haben. Dabei soll untersucht werden, ob sich diese Strategien im Zeitverlauf verändert haben und welche Zielgruppen besonders stark angesprochen werden.
Theoretischer Hintergrund: Die Arbeit stützt sich auf Theorien zur Medienwirkung (Agenda-Setting, Framing) und bestehende Studien zur Nutzung sozialer Medien in politischen Kampagnen. Frühere Forschung legt nahe, dass Plattformen unterschiedlich stark zur Mobilisierung und Beeinflussung beitragen, jedoch fehlen gezielte Analysen für den deutschen Kontext der letzten Jahre.
Methodik: Kombination aus qualitativer und quantitativer Analyse: Inhaltsanalyse von Social-Media-Beiträgen aus drei Bundestagswahlkämpfen (2017, 2021, 2025) sowie Experteninterviews mit Wahlkampfstrategen.
Vorläufige Gliederung:
- Einleitung
- Theoretischer Rahmen
- Stand der Forschung
- Methodik
- Analyse der Social-Media-Strategien
- Diskussion der Ergebnisse
- Fazit und Ausblick
2. Aufbau und Inhalte eines Exposés
Ein gutes Exposé für eine Diplomarbeit umfasst meist 3–5 Seiten (ohne Anhang) und enthält:
- Thema & Forschungsfrage – präzise formulieren und die Relevanz begründen.
- Zielsetzung – was willst du herausfinden oder erreichen?
- Theoretischer Hintergrund – kurzer Überblick zum Forschungsstand, wichtigste Modelle und Literatur.
- Methodik – Vorgehensweise erklären (z. B. Interviews, Umfrage, Literaturarbeit).
- Vorläufige Gliederung – Hauptkapitel skizzieren.
- Zeitplan – realistische Etappenplanung mit Pufferzeiten.
- Vorläufiges Literaturverzeichnis – relevante Quellen sauber zitieren.
Pro-Tipp: Prüfe unbedingt die Richtlinien deiner Uni – dort steht oft genau, wie lang das Exposé sein soll und welche Punkte Pflicht sind.
📄Schaue hier: Leitfaden der Universität Mainz für Exposés
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3. Beispiele & Vorlagen nutzen
- Beispiel-Exposés: Viele Unis veröffentlichen Muster, z. B. für Politikwissenschaft oder weitere Muster aus deinem Fachbereich. Such auf den Webseiten deines Fachbereichs – dort findest du oft PDF-Beispiele mit allen Pflichtangaben.
- Vorlagen anpassen: Word- oder PDF-Templates sind praktisch, müssen aber immer auf deine Anforderungen zugeschnitten werden.
- Lernen durch Analyse: Sieh dir an, wie andere ihre Fragestellung formuliert, den Forschungsstand zusammengefasst und die Methodik beschrieben haben.
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