Zur Methode: Was ist die systematische vom Brocke Literaturrecherche?
Die systematische Literaturrecherche nach vom Brocke et al. unterscheidet sich grundlegend von herkömmlichen Recherchemethoden durch ihren strukturierten, reproduzierbaren Ansatz. Entwickelt 2009, hat sich diese Methode besonders in der Informatik und Managementforschung als Standard etabliert.
Unterschied zur unsystematischen oder „normalen" Recherche
Bei der unsystematischen Recherche „stolperst" du zufällig über passende Literatur – durch Empfehlungen, beim Stöbern oder durch Verweise in bereits gelesenen Texten. Dieser Ansatz ist zwar schnell, birgt aber das Risiko, wichtige oder aktuelle Literatur zu übersehen.
Bei der systematischen vom Brocke Literaturrecherche planst du deine Suche im Voraus. Diese Methode eignet sich besonders, wenn du bereits eine konkrete Forschungsfrage festgelegt hast. Du definierst gezielt Suchbegriffe, die für die Beantwortung deiner Frage relevant sind, und führst damit eine strukturierte Suche in wissenschaftlichen Datenbanken durch.
Die Dokumentation jedes Schrittes ist dabei entscheidend – von der Auswahl der Suchbegriffe bis zur Bewertung der gefundenen Quellen. Dadurch wird deine Recherche transparent und nachvollziehbar – eine wesentliche Anforderung wissenschaftlichen Arbeitens.
Ziele und Nutzen der vom Brocke Literaturrecherche Methode
Die vom Brocke Methode verfolgt mehrere zentrale Ziele:
- Vollständigkeit: Alle relevanten Studien zu deinem Thema werden systematisch erfasst.
- Objektivität: Durch definierte Kriterien wird die Quellenauswahl nachvollziehbar.
- Transparenz: Jeder Schritt wird dokumentiert und ist reproduzierbar.
Der besondere Nutzen liegt in fünf aufeinander aufbauenden Phasen: Du definierst zunächst den Umfang, verschaffst dir einen konzeptuellen Überblick, führst die eigentliche Literatursuche durch, bewertest die gefundenen Quellen und synthetisierst schließlich die Ergebnisse. Besonders hervorzuheben ist die Konzeptmatrix, die vom Brocke et al. von Webster und Watson übernommen haben. Sie hilft dir, gefundene Literatur systematisch zu analysieren und inhaltliche Verbindungen zu identifizieren.
Relevanz für wissenschaftliche Arbeiten
Die systematische vom Brocke Literaturrecherche ist für wissenschaftliche Arbeiten zentral. Sie hilft dir, den aktuellen Forschungsstand präzise abzubilden und Forschungslücken zu identifizieren. Neues Wissen entsteht oft durch Kombination und Interpretation vorhandener Erkenntnisse zur Beantwortung neuer Fragestellungen.
Durch klare Strukturierung und Dokumentation deines Vorgehens stärkst du Qualität und Aussagekraft deiner Arbeit erheblich. Gleichzeitig setzt du dich vor methodischer Kritik hinsichtlich mangelhafter Recherche ab. Wer die Recherche zusätzlich sauber dokumentieren will, findet im Beitrag zur Literaturrecherche dokumentieren einen passenden Leitfaden.
Anleitung & Beispiel: Die fünf Phasen der Literaturrecherche nach vom Brocke et al. (2009)
Das Fünf-Phasen-Modell nach vom Brocke et al. (2009) bietet einen strukturierten Rahmen für deine Literaturrecherche – zielgerichtet und mit qualitativ hochwertigen Ergebnissen.
Phase 1: Definition des Umfangs und der Forschungsfrage
In der ersten Phase legst du den Umfang fest und formulierst eine präzise Forschungsfrage. Diese Phase bildet das Fundament. Vom Brocke et al. empfehlen die Taxonomie nach Cooper, die sechs Ausprägungen umfasst: Fokus, Ziel, Perspektive, Umfang, Aufbau und Zielgruppe. Betrachte dabei auch, welche Probleme in deinem Untersuchungsfeld auftreten und welche Ziele du verfolgst.
Phase 2: Überblick über das Thema und Keyword-Entwicklung
Anschließend verschaffst du dir einen konzeptuellen Überblick. Du identifizierst, welche Fach- und Forschungsbereiche deine Problemstellung adressieren, leitest präzisere Forschungsfragen ab und entwickelst Schlüsselwörter für die spätere Suche. Diese Phase ist entscheidend, weil die hier festgelegten Keywords die Grundlage für deine weitere Recherche bilden.
Phase 3: Systematische Suche in Datenbanken
Jetzt führst du die eigentliche Literatursuche durch. Du legst Suchbegriffe und Datenbanken sowie die Methode und Suchstrategie fest. Bewährt hat sich die Kombination aus Vorwärts- und Rückwärtssuche. Bei der Rückwärtssuche untersuchst du Referenzen in der gefundenen Literatur, bei der Vorwärtssuche identifizierst du Beiträge, die deine Quellen zitieren. Vom Brocke empfiehlt, mit renommierten wissenschaftlichen Journals zu beginnen und dann die Suche mit den definierten Schlüsselwörtern fortzusetzen.
Phase 4: Bewertung und Auswahl der Literatur
In der vierten Phase bewertest du die gefundenen Quellen hinsichtlich ihrer Relevanz. Vom Brocke et al. empfehlen, Titel, Abstract oder bestenfalls den Volltext zu untersuchen. Achte darauf, ausschließlich wissenschaftliche Quellen zu verwenden – Fachbücher, Lehrbücher, Veröffentlichungen in wissenschaftlichen Zeitschriften sowie Forschungsberichte.
Phase 5: Analyse und Konzeptmatrix
Schließlich analysierst du die ausgewählte Literatur systematisch. Du extrahierst relevante Informationen und synthetisierst die Daten entlang deiner Forschungsfragen. Besonders hilfreich ist die von Webster und Watson entwickelte Konzeptmatrix, die von vom Brocke übernommen wurde. Sie hilft dir, die Literatur zu strukturieren und inhaltliche Verbindungen zu identifizieren.
Praxisbeispiel: Anwendung der vom Brocke Literaturrecherche in einer Bachelorarbeit
Ein Student der Wirtschaftsinformatik könnte für seine Bachelorarbeit zum Thema „Digitale Transformation in mittelständischen Unternehmen" wie folgt vorgehen: In Phase 1 definiert er seinen Fokus auf Implementierungsstrategien. In Phase 2 identifiziert er Schlüsselbegriffe wie „digitale Transformation", „Mittelstand" und „Implementierung". Phase 3 umfasst die Suche in Datenbanken wie IEEE Xplore oder Google Scholar. In Phase 4 wählt er relevante Quellen anhand ihrer methodischen Qualität aus. In Phase 5 erstellt er eine Konzeptmatrix, die verschiedene Implementierungsansätze vergleicht.
Obwohl diese Methode effektiv ist, kann sie sehr zeitaufwendig sein. Moderne Tools wie StudyTexter beschleunigen diesen Prozess erheblich, indem sie über 463 Mio. wissenschaftliche Quellen in weniger als 2 Stunden analysieren. Wenn du deine Literaturrecherche für die Bachelorarbeit ohnehin gerade aufsetzt, ist das ein guter Hebel.